Resolution der Arbeitsgemeinschaft »Juden und Christen« auf dem Ökumenischen Pfingsttreffen (1971)

© »Resolution der Arbeitsgemeinschaft ›Juden und Christen‹ auf dem Ökumenischen Pfingsttreffen 19711«, Augsburg, 03.06.1971 (zuletzt veröffentlicht auf den Seiten des Freiburger Rundbriefs)

 

»Resolution der Arbeitsgemeinschaft ›Juden und Christen‹ auf dem Ökumenischen Pfingsttreffen 1971« (03.06.1971)


 

Resolution der Arbeitsgemeinschaft »Juden und Christen« auf dem Ökumenischen Pfingsttreffen 19711

Als Ergebnis des christlich-jüdischen Gottesdienstes und der anschließenden Aussprachen in vier Gruppen am Donnerstag, dem 3.6 1971, im Goldenen Saal des Rathauses, teilen wir dem Ökumenischen Pfingsttreffen mit:

  1. Ökumenische Begegnungen ohne Beteiligung von Juden sind unvollständig, weil christlicher Glaube ohne die jüdische Wurzel sich falsch — unbiblisch — entwickelt.
  2. Unterricht, Gottesdienst, Erwachsenenbildung und theologische Ausbildung werden nur dann den heutigen Anforderungen gerecht, wenn das Selbstverständnis des Judentums authentisch zu Wort kommt.
  3. Christliches Zeugnis findet Ausdruck in dem gemeinsamen praktischen Eintreten von Juden und Christen für mehr Gerechtigkeit, mehr Menschenwürde im Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Judenmission widerspricht diesem biblischen Auftrag.
  4. Die konkrete Konsequenz einer ökumenischen Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen verwirklicht sich auch in kritischer Solidarität mit dem Staat Israel und seinen Menschen sowie dem politischen Engagement für den Frieden im Nahen Osten.

Im Auftrage der Arbeitgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken und des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit

 

Landesrabbiner N. P. Levinson — Dr. W. P. Eckert OP — Pfarrer Dr. Franz von Hammerstein — Pfarrer M. Stöhr

Download PDF

AG

c/o Ev. Akademie zu Berlin
Charlottenstraße 53/54
10117 Berlin (Mitte)
[email protected]