Presseerklärungen

PRESSEMITTEILUNG vom 7. Juni 2019

Kampagne auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund: 
Jedes wir beginnt mit mir! Christinnen und Christen gegen Antisemitismus

Eine Initiative der AG Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag sowie des Instituts Kirche und Judentumauf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund ruft Christinnen und Christen zum Engagement gegen Antisemitismus in Kirche und Gesellschaft auf.

Die Kampagne mit dem Motto „Jedes wir beginnt mit mir!“ wird von einer Postkartenaktion begleitet: Verschiedenen Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche stehen mit ihrem Gesicht ein gegen Antisemitismus. Auf der Kampagnenseite www.ag-juden-christen.de/JedesWir stehen deren Testimonials sowie weitere Hintergrundinformationen bereit.

Dem Aufruf der Initiative ist auch der Präsident der DEKT 2019, Hans Leyendecker gefolgt: „Wer Menschen angreift, die eine Kippa oder eine Halskette mit Davidstern tragen, der greift uns an.“ Auch Julia Helmke, die Generalsekretärin des DEKT, bezieht Stellung: „Antisemitismus ist Abwertung, Missachtung der schlimmsten Art und bereitete den Weg für Verneinung und Vernichtung. Antisemitismus tötet. Dazu darf und kann ich als Christin nicht schweigen.“ Zudem beteiligt sich beispielsweise ebenfalls Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, an der Aktion: „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen“ – so heißt es in einem unserer Vereinslieder. Die BVB-Familie steht für Offenheit und Toleranz. Wer antisemitisch denkt, findet in unserer Mitte keinen Platz.“

Zudem hat die Initiative eine interaktive App programmiert, mit der unter www.jedeswir.de alle Kirchentagsbesucher*innen ihr eigenes Foto in die Postkarte einfügen können, um so gemeinsam – eingefügt neben den abgebildeten Prominenten – in den Kampf gegen Antisemitismus einzustimmen. Die Karte kann an verschiedenen Ständen auf dem DEKT in Dortmund ausgedruckt mit dem eigenen Foto versehen werden und dann kostenfrei beispielsweise an Gemeinden, Pfarrkonvente oder den Freundeskreise geschickt werden, oder unter dem Hashtag #JedesWir in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Damit soll, so Dr. Christian Staffa, der evangelische Vorsitzende der AG, „vom Kirchentag nicht nur ein sichtbares Zeichen des Protestes gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Jüdinnen und Juden ausgehen, sondern Christ*innen zu gemeinsamem Denken und Tun in Freundeskreisen, Gemeinden, Hauskreisen oder Gemeinde- und Kirchenleitungen aufgerufen werden.“

„Jüdinnen und Juden sind verstärkt Ressentiments und Aggressivität ausgesetzt. Wir stellen uns als Christ*innen solidarisch an die Seite unserer jüdischen Geschwister“, heißt es in der Kampagne. Das braucht auch Selbstkritik. „Ohne dass wir uns den antijüdischen Elementen unseres Glaubens stellen, gibt es kein solidarisches Wir.“ Kritische Bearbeitung christlicher Judenfeindschaft ist von zentraler Bedeutung für das heutige Glaubensleben und für gegenwärtige christliche Praxis.

Weitere Informationen finden Sie ab dem Start der Kampagne zum Kirchentag am 19. Juni 2019 unter ag-juden-christen.de/JedesWir, sowie auf den Social Media-Kanälen der AG Juden und Christen: facebook.com/ag.juden.christen/sowie twitter.com/AGJudenChristen.

 

Die folgenden Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche nehmen an der Kampagne teil:

  • Volker Beck, Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum
  • Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
  • Fehrs Kirsten, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)
  • Katrin Göring-EckardtMdB, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Dr. Julia Helmke, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags
  • h.c. Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  • Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der EKD
  • Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus
  • Hans Leyendecker, Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2019 und Journalist
  • Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies, Professor für Antikes Christentum, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Leitender Bischof der VELKD
  • Dagmar Mensink, Vorsitzende des Gesprächskreises Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken
  • Dr. GerhardRobbers, Professor für Öffentliches Recht, Kirchenrecht, Staatsphilosophie und Verfassungsgeschicht der Universität Trier und Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2013
  • Irmgard Schwaetzer, Bundesministerin a.D. und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Christian Stäblein, Propst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
  • Dr. Heinrich Bedford Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland und Landesbischof der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
  • Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Borussia Dortmund
  • Eske Wollrad, Geschäftsführerin, Evangelisches Zentrum Frauen und Männer

Kontakt

AG Juden & Christen

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c/o Ev. Akademie zu Berlin
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AG

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