Synodalbeschluss »Absage an die Judenmission« (2017)

© Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz, Synodalbeschluss »Absage an die Judenmission«, 13.05.2017 (zuletzt veröffentlicht auf den Seiten von imDialog.org)

 

Synodalbeschluss »Absage an die Judenmission« (13.05.2017)


 

Auf der Grundlage der Erklärung der EKD-Synode von Magdeburg 2016 nimmt die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) zum Thema „Judenmission“ wie folgt Stellung:

 

Absage an die Judenmission

1.) Die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz hat am 10. Mai 1995 ihr Verhältnis zum Judentum in der Präambel ihrer Kirchenverfassung (§ 1 Abs. 3) unmissverständlich zum Ausdruck gebracht:

„Durch ihren Herrn Jesus Christus weiß sie (sc. die Landeskirche) sich hineingenommen in die Verheißungsgeschichte Gottes mit seinem ersterwählten Volk Israel – zum Heil für alle Menschen.“

Diese Formulierung beinhaltet die wichtige Feststellung, dass nicht wir Christen, sondern die Juden die ursprünglichen Erben der Verheißung sind. Es wäre deshalb ein Missverständnis des Missionsbefehls, wie unsere Landessynode bereits 1990 festgehalten hat, Israel unter die ‚Völker‘ zu zählen, die man im Namen des dreieinigen Gottes taufen soll. Israel ist und bleibt, trotz seines ‚Neins‘ zu Jesus Christus, das ersterwählte Volk Gottes, das am Ende von seinem Erlöser gerettet werden wird (Röm 11,25). Eines Zutuns der Kirche bedarf es dazu nicht.

2.) Aus den dargelegten Gründen begrüßt die Evangelische Kirche der Pfalz die Erklärung der EKD-Synode von Magdeburg (2016), die „alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen“ als Widerspruch zum Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels bezeichnet hat.

Die Absage an die Judenmission schließt ein, mit Jüdinnen oder Juden auch weiterhin in einem vertrauensvollen Dialog unter Geschwistern über unser Bekenntnis zu Christus zu sprechen.

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